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Rückblickend erscheint heute der Alltag in einem
DDR-Betrieb zuweilen im besten Licht. Aus den
Erinnerungen sind Herrschaft und Unterdrückung
ebenso verschwunden wie Mangel und Desorganisation oder die im Rahmen des sozialistischen Wettbewerbs alltäglich praktizierten
Rituale. In diesem Band wird die vergessene Seite
des betrieblichen Alltags wieder entdeckt und in Beziehung zu den tatsächlichen Einflussmöglichkeiten
der Beschäftigten auf das Geschehen im Betrieb gesetzt. Am Beispiel des gewerkschaftlichen
Vertrauensmannes, einer ehrenamtlichen Funktion, verfolgt Renate Hürtgen eine Entwicklung, in der selbst die vom Staat geforderte Partizipation und Interessiertheit der Beschäftigten nicht hergestellt werden konnte. Am
Ende war der DDR-Betrieb ein Ort, an dem keine Konflikte offen ausgetragen wurden, die Belegschaft ihre Interessen immer weniger durchsetzen konnte und die sozialen Kompetenzen
qualifizierter Arbeiter brachlagen. Nachdrücklich
formuliert die Autorin die Bedeutung dieser
Defizite für das Scheitern der DDR-Gesellschaft.

 

03-2006 © WebRelation